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Erfahrungsberichte: Erste Geburt

Magische Momente

    

Lieber Urs
Hier mein kurzer Geburtsbericht:

Ich hatte während meiner Schwangerschaft den Geburtsvorbereitungskurs Sanfte Geburt® bei Urs Camenzind absolviert. Zu Hause übte ich die Entspannungs- und Selbsthypnoseübungen, konnte dies aber nicht so oft tun wie ich gerne gewollt hätte. 

Der errechnete Geburtstermin wäre der 5.11.12 gewesen.

 Ich habe bis zu diesem Datum gearbeitet und fühlte mich gut (abgesehen von häufigem Magenbrennen [Reflux] während den letzten zwei Dritteln der Schwangerschaft). Da der kleine Schatz noch immer nicht kommen wollte ging ich weiterhin zur Arbeit, bis Freitag 9.11.12.
Am 12.11.12 (Montag) war es dann soweit.

Kurz nach Mitternacht spürte ich Schleim abgehen. Ich hatte während zwei Wochen davor immer wieder schwache Kontraktionen gehabt. Um 11 Uhr desselben Tages hätte ich ohnehin zur Kontrolle (Qualität des Fruchtwassers) ins Kantonsspital Luzern gehen müssen. Um das ganze etwas zu beschleunigen machte ich noch einen kurzen Spaziergang mit meinem Pferd und begab mich anschliessend um 11 Uhr ins KSL.

Dort wurde mir der Wehenschreiber angehängt. Die Hebamme sagte, dass es aufgrund der stärker werdenden Wehen heute wohl soweit sein werde und meldete mich im Gebärsaal an. Ich bat um einen Saal mit Wanne da ich gerne im Wasser entbinden wollte. Dies war kein Problem. Um 12.30 Uhr begab ich mich in die Kantine um kurz ein Sandwich zu essen. Als ich mit meinem Sandwich am Tisch sass, merkte ich wie die Fruchtlbase platzte und Wasser abging - dies war ca. um 12:45 Uhr.  

Ich begab mich also in den Gebärsaal, wo ich empfangen und instruiert wurde. Von dort aus rief ich meinen Partner und meine Schwester an (sie wollten beide unbedingt die Geburt miterleben), die dann auch kurze Zeit später eintrafen.
Ca. während 3 Stunden hatte ich alle 3-5 Minuten eine Wehe/Welle, die ich dank gutem Veratmen problemlos ertrug.

Wie wir es im Vorbereitungskurs gelernt hatten, konzentrierte ich mich vor allem auf die Atmung. Ich schaffte es auch immer wieder, mich dank Selbsthypnose zu entspannen.

Um ca. 16:45 Uhr meinte die Hebamme, dass der Muttermund knapp 3 cm offen sei und die Geburt jetzt noch 7-8 Stunden dauern würde. Kurz zuvor hatten bei mir extrem heftige Wehen angefangen (keine Pausen dazwischen) und ich fragte mich, wie ich das noch 7-8 Stunden durchhalten sollte. Leider klappte in diesem Stadium die Selbsthypnose nicht mehr so wie ich es mir gewünscht hätte, aber ich konzentrierte mich vor allem darauf, genügend und ununterbrochen tief zu atmen.

Die Wehen waren ziemlich heftig und ich merkte mit jeder Wehe, wie sich der Muttermund öffnete. Jedes mal wenn ich tief Luft holte, stiess mir mein kleiner Schatz mit seinen Füsschen in die Lunge, was ziemlich unangenehm war und das regelmässige Atmen nicht unbedingt erleichterte. Plötzlich spürte ich den Kopf des Babys nach unten dringen. Aufgrund meiner lauten Schreie eilte die Hebamme ins Zimmer. Sie sagte "oh ja, der Kopf kommt ja schon" und versicherte mir, dass es nicht mehr 7-8 Stunden gehe sondern das Kind gleich da sein würde. Dies war für mich sehr beruhigend.

Ich konzentrierte mich noch mehr auf die Atmung und schon bald spürte ich den Kopf heraustreten. Mein kleiner Schatz hatte die Nabelschnur einmal um den Hals gewickelt. Nachdem dies entwirrt war, wies mich die Hebamme an, nochmals tief zu Atmen/Pressen und schon war der Kleine draussen. Wir hatten nicht mehr die Zeit, das Wasser in die Wanne einzulassen..

Es war 18:17 Uhr. Der Kleine brauchte somit für die letzten 7 cm Muttermunderöffnung und Austreibung lediglich gut 1.5 Stunden (anstatt 7-8 Stunden) - daher die heftigen Wehen!!! Er wurde mir sofort (noch an der Nabelschnur) auf den Bauch gelegt. Diesen Moment habe ich als absolut magisch empfunden. Der kleine war ganz still und blickte mir mit weit aufgesperrten Augen in meine Augen.

Ich kann das Gefühl, das ich in diesem Moment empfand nicht mit Worten beschreiben - einfach überwältigend. Kurz darauf kamen nochmals schwache Wehen und die Placenta wurde ausgestossen. Die Hebamme stellte dann fest, dass ich überhaupt keinen Dammriss hatte. Sie fragte mich, ob ich eine Dammvorbereitung gemacht hätte. Ich sagte, dass ich mit dem Epino geübt hatte. Sie meinte, dass man dies gut gemerkt habe und sie schon viele solcher Rückmeldungen erhalten hätten. Epino ist also wirklich zu empfehlen.

Nach der Geburt durfte ich sofort duschen und etwas essen. Gut 2 Stunden später ging ich zu Fuss auf mein Zimmer. Durch den Adrenalin-Schub bei der Geburt fühlte ich mich extrem fit. Da ich dammintakt gebären durfte, hatte ich absolut keine Schmerzen.
Ich bin extrem dankbar, eine so unkomplizierte und schöne Geburt erlebt haben zu dürfen.

Der Geburtsvorbereitungskurs hat mir insofern viel gebracht, als ich mir bewusst wurde, wie wichtig es ist, immer tief zu atmen und nicht zu pressen (im Sinne von Luft anhalten, zu drücken und sich zu verkrampfen).

Es hat mir auch geholfen, mich auf eine entspannte Art mit dem ganzen Geburtsgeschehen im Sinne eines natürlichen Vorgangs auseinanderzusetzen ohne Angst davor haben zu müssen. Die Vorbereitung mit der Selbsthypnosetechnik war auch sehr wertvoll, auch wenn ich sie nicht während des gesamten Geburtsverlaufs (aufgrund der sehr heftigen und ohne Pause verlaufenden Wehen) anwenden konnte.

Und natürlich bin ich froh um die Information betreffend den Epino, der mir die Geburt erheblich erleichtert haben dürfte.

Ich bedanke mich nochmals herzlich bei Urs für den sehr nützlichen und interessanten Geburtsvorbereitungskurs, der bei mir zu einem wunderschönen Geburtserlebnis beigetragen hat.

Herzliche Grüsse senden euch
Andrea Blum und Familie

 

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Stimmen zum Kurs

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